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Kleidungskennzeichnung: Leitfaden für USA, Großbritannien und EU
Die Kennzeichnungspflichten richten sich danach, wo ein Kleidungsstück verkauft wird – nicht danach, wo es genäht wurde. Ein in Sialkot für eine US-Marke gefertigtes Hemd braucht ein US-konformes Label; für den Verkauf in Deutschland oder Großbritannien gelten andere Anforderungen. Für Private-Label-Marken ist das Label sowohl Pflichtangabe als auch Branding. Vor der Serienfertigung muss sein Inhalt korrekt sein, denn ein eingenähtes Label lässt sich nach dem Verpacken nicht ohne Weiteres korrigieren.
Dieser Leitfaden fasst die Angaben für die USA, Großbritannien und die EU zusammen und erklärt, wie ein Label für mehrere Märkte geplant wird. Er dient der praktischen Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Prüfe den endgültigen Wortlaut anhand der geltenden Regeln und deines Vertriebskanals oder mit einer Compliance-Fachperson, bevor du das Artwork freigibst.
Welche Fragen ein Kleidungsetikett beantwortet
| Angabe | USA | Großbritannien | Europäische Union |
|---|---|---|---|
| Faserzusammensetzung | Vorgeschriebene Gattungsnamen und Gewichtsanteile | Zugelassene Fasernamen und Prozente | Zugelassene Fasernamen und Prozente |
| Herstellungsland | Vorgeschrieben | Kein Textil-Labelgebot, darf aber nicht irreführen | Kein allgemeines EU-weites Gebot in der Textilkennzeichnungsverordnung |
| Verantwortliches Unternehmen | Firmenname oder RN-Nummer | Hersteller oder Importeur verantwortet Faserlabel | Verantwortlich ist das Unternehmen, das das Produkt auf den Markt bringt |
| Pflegehinweise | Dauerhaftes Pflegeetikett vorgeschrieben | In der Textilkennzeichnungsverordnung nicht vorgeschrieben, von Händlern jedoch erwartet | EU-weit nicht harmonisiert, von Händlern meist erwartet |
| Sprache | Englisch | Englisch | Amtssprache(n) des jeweiligen Verkaufslandes |
USA: Textile Act und Care Labeling Rule
Für in den USA verkaufte Kleidung verlangen die Textil- und Wollkennzeichnungsregeln der Federal Trade Commission (FTC) drei Kernangaben: Faseranteile, Ursprungsland und Identität des Herstellers oder Händlers. Eine separate FTC-Regel behandelt Pflegehinweise.
Faseranteile
Nenne Fasern mit ihren Gattungsnamen und Gewichtsprozenten, von der größten zur kleinsten Menge. Ein Einzelfaserprodukt kann beispielsweise „100 %“ oder „All Cotton“ ausweisen. Fasern unter 5 % werden normalerweise als „other fiber(s)“ zusammengefasst. Wolle muss stets genannt werden; eine Faser unter 5 % darf genannt werden, wenn sie eine Funktion erfüllt, etwa Elastan für Stretch. Markengeschützte Fasernamen dürfen nur zusammen mit dem Gattungsnamen und in gleicher Schriftgröße erscheinen. Knöpfe, Reißverschlüsse und andere nichtfaserige Bestandteile zählen nicht mit. Haben Körper, Futter und Kontrastteil unterschiedliche Stoffe, können sie separat angegeben werden.
Die FTC lässt für angegebene Prozentwerte üblicherweise eine Toleranz von 3 % zu, aber nicht bei einer Einzelfaser-Aussage wie „100 % Baumwolle“. Deshalb sollte hinter der Angabe ein Stofftest oder Mill-Zertifikat stehen.
Ursprungsland und Position
Importierte Kleidungsstücke müssen das Herstellungsland auf Englisch angeben, zum Beispiel „Made in Pakistan“; eine allgemeine Region reicht nicht. „Made in USA“ ist für Produkte aus US-Herstellung mit US-Materialien reserviert. Ein in den USA genähtes Kleidungsstück aus importiertem Stoff benötigt eine qualifizierte Aussage. Bei Kleidungsstücken mit Hals muss das Ursprungsland auf der Vorderseite eines Labels innen mittig am Nacken oder neben einem anderen Nackenlabel stehen. Faserangaben und Firmenidentität dürfen auf demselben oder einem anderen zugänglichen Label stehen. Für Hosen und Röcke ist ein Innenbundlabel üblich. Zusätzlich gelten US-Zollregeln zur Ursprungskennzeichnung.
Firmenname oder RN und Pflege
Das Label muss den vollständigen Firmennamen des verantwortlichen Unternehmens oder dessen Registered Identification Number (RN) tragen; die Nummer wird als „RN“ plus Ziffern geschrieben. Ein bloßer Markenname genügt nur, wenn er zugleich der Firmenname ist. Die FTC Care Labeling Rule verlangt dauerhaft befestigte Pflegehinweise zu Waschen, Trocknen, Bügeln, Bleichen und Warnungen. ASTM-D5489-Pflegesymbole dürfen Worte ersetzen; andere Symbolsysteme benötigen für den US-Markt begleitenden Text. Pflegehinweise müssen zum echten Kleidungsstück passen. Die Quelle dieses Leitfadens sagt, dass eine 2025 eingereichte Petition zu digitalen Pflegeetiketten die Regel bis Anfang 2026 noch nicht geändert hatte. Prüfe vor einer digitalen Alternative den aktuellen FTC-Stand.
Großbritannien: Faserzusammensetzung auf Englisch
In England, Schottland und Wales regeln die Textile Products (Labelling and Fibre Composition) Regulations 2012 und die dort geltende Fassung der EU-Verordnung 1007/2011 die Kennzeichnung. Die Faserzusammensetzung ist mit zugelassenen Namen und Prozentwerten auf Englisch anzugeben. Bei getrennten Bestandteilen, etwa einer gefütterten Jacke, muss die Zusammensetzung der jeweiligen Komponenten gezeigt werden. Dekorative Teile, die höchstens 7 % des Produkts ausmachen, können ausgenommen sein.
Enthält ein Produkt nichttextile Teile tierischen Ursprungs – etwa Lederbesatz, Fell oder Knochenknöpfe – muss der Hinweis „contains non-textile parts of animal origin“ erscheinen. Bei Katalog- und Onlineverkäufen muss die Faserinformation bereits vor dem Kauf sichtbar sein. Der Hersteller oder UK-Importeur ist für das Vorhandensein und die Richtigkeit verantwortlich. Für Nordirland gelten andere Regelungen; prüfe sie gesondert.
EU: Verordnung 1007/2011
Die EU-Textilkennzeichnungsverordnung verlangt die Faserzusammensetzung mit den dort aufgeführten Fasernamen und – falls relevant – den Hinweis zu nichttextilen Teilen tierischen Ursprungs. Labels müssen dauerhaft, lesbar, sichtbar und zugänglich sein; auch beim Onlineverkauf muss die Zusammensetzung vor dem Kauf angegeben werden.
Eine häufige Herausforderung ist die Sprache: Das Label muss in der oder den Amtssprachen jedes Mitgliedstaats vorliegen, in dem das Produkt Verbrauchern angeboten wird. Ein Kleidungsstück für Frankreich, Deutschland und Italien benötigt daher Angaben auf Französisch, Deutsch und Italienisch. Mehrsprachige Booklet-Labels können dafür praktisch sein. Die Verordnung schreibt kein allgemeines EU-weites Pflege- oder Ursprungslabel vor; Händler erwarten Pflegeangaben dennoch häufig, und Ursprungsversprechen dürfen nicht irreführen. Der Quellartikel hält fest, dass Branchenverbände Mitte 2026 noch eine Überarbeitung und mögliche digitale Labels forderten; bis eine neue Regel verabschiedet ist, sollte die aktuelle physische Kennzeichnung eingeplant und der geltende Stand geprüft werden.
Ein Labelsystem für mehrere Märkte planen
Wenn dasselbe Modell in den USA, Großbritannien und der EU verkauft wird, plane die Labels gemeinsam. Eine praktische Kombination ist ein Markenlabel am Nacken oder in der Seitennaht plus Faser- und Pflegeetikett mit Faserangaben auf Englisch und allen erforderlichen EU-Sprachen, Ursprungsland auf Englisch, Firmenname oder US-RN, Pflegeangaben mit geeigneten Symbolen und – für die eigene Rückverfolgbarkeit – Größe, Modellcode und Charge. Prüfe den Platzbedarf. Wenn der Text nicht lesbar passt, ist ein mehrseitiges Pflegeetikett sinnvoller als eine zu kleine Schrift.
Welche Angaben der Hersteller benötigt
| Information | Warum sie nötig ist |
|---|---|
| Zielmärkte und Vertriebskanäle | Bestimmt Sprachen, Ursprungsangabe und US-Angaben. |
| Faserzusammensetzung | Mill-Zertifikat oder Laborbericht belegt jeden Prozentwert. |
| Firmenname oder RN | Erforderliche Identitätsangabe für den US-Markt. |
| Pflegehinweise | Richten sich nach echtem Stoff, Druck und Zutaten; Waschtest ist hilfreich. |
| Artwork und Position | Nacken, Seitennaht oder Bund sowie Material und Größe angeben. |
| Tierische Bestandteile | Können Zusatzhinweise für Großbritannien und EU auslösen. |
Die Marke oder der Importeur trägt die Verantwortung für die rechtliche Richtigkeit. ZESTLET gleicht das freigegebene Label vor der Serie mit Muster, Zusammensetzung, Größe und Position ab. Siehe auch Labels, Hangtags und Verpackung.
Häufige Kennzeichnungsfehler
- Faserwerte aus dem Tech Pack übernehmen, obwohl der Stofflieferant die Mischung geändert hat.
- „100 %“-Angaben ohne Nachweis verwenden; in den USA gibt es für eine Einzelfaser-Aussage keine Toleranz.
- Für die gesamte EU nur Englisch verwenden.
- Nur den Markennamen statt Firmenname oder RN auf dem US-Label nennen.
- Generische Pflegehinweise auf bedrucktem oder beschichtetem Stoff verwenden.
- Online-Produktseite nicht aktualisieren, obwohl Zusammensetzung vor dem Kauf sichtbar sein muss.
Häufige Fragen
Muss Kleidung für Großbritannien ein Ursprungslandlabel tragen?
Die britischen Textilkennzeichnungsregeln konzentrieren sich auf Faseranteile. Herkunft darf jedoch nicht irreführend dargestellt werden; Händler können sie außerdem verlangen.
Können Pflegesymbole Worte ersetzen?
In den USA können ASTM-D5489-Symbole ohne Wörter verwendet werden. In Großbritannien und der EU wird Pflegekennzeichnung von der Textilverordnung nicht einheitlich geregelt; internationale Symbole sind verbreitet.
Muss das Label eingenäht sein?
Das US-Pflegeetikett muss dauerhaft befestigt sein. Faser- und Ursprungsangaben müssen bis zum Verbraucher am Produkt bleiben; für Importwaren können Zollregeln permanente Kennzeichnung erfordern. Einnähen ist meist die sicherste Lösung.
Wer ist verantwortlich, falls das Label falsch ist?
Verantwortlich ist im Allgemeinen das Unternehmen, das das Kleidungsstück auf den Markt bringt – oft die Marke oder der Importeur. Prüfe Artwork anhand der tatsächlichen Stoffnachweise vor der Produktion.
Kann ZESTLET Labels herstellen?
Ja. Gewebte, gedruckte und Pflegeetiketten können nach freigegebenem Artwork gefertigt werden. Die Marke bleibt dafür verantwortlich, den Wortlaut für ihre Absatzmärkte zu bestätigen.
Quellen und verwandte Leitfäden
Der englische Ausgangsartikel verweist auf FTC-Leitlinien, GOV.UK und Business Companion zur Textilkennzeichnung sowie die Verordnung (EU) Nr. 1007/2011. Ergänzend: Tech-Pack-Leitfaden und Qualitätskontrolle und Inspektion. Bitte prüfe Rechtslage und Wortlaut vor dem Verkauf anhand der offiziellen, aktuellen Quellen.
